Buchrezension: Fragen fragen

Jostein Gaarder
Aug 14 2017

Buchrezension: Fragen fragen

Buchrezension: Fragen fragen

Jostein Gaarder ist einer der großen Autoren unserer heutigen Zeit. Mit Fragen fragen hat er ein sehr schlaues und gleichzeitig einfaches Buch geschrieben, das zum diskutieren und nachdenken anregt! 


Buchrezension: Fragen fragen

Autor: Jostein Gaarder, illustriert von Akin Düzakin, Carl Hanser Verlag

Die Geschichte

Text am Buchrücken: „Woher kommt die Welt? Warum lebe ich? Muss ich viel haben, um glücklich zu sein?

Kinder stellen viele Fragen, darunter auch sehr tiefgründige. Dieses Buch nimmt solche Gedanken auf und ermutigt zu eigenen Fragen. Die Antworten kann jeder nur für sich selbst finden. 

Mit seinem Roman „Sophies Welt“ hat Jostein Gaarder Jugendlichen die Philosophie nahe gebracht. Die Hauptfigur in diesem Buch könnte Sofies kleiner Bruder sein.“ 

Der Text am Buchrücken verrät eigentlich bereits alles: In diesem Buch finden sich auf jeder Seite ein bis drei Fragen und dazu ein Bild. Antworten gibt es keine. Da steht dann zum Beispiel:

Ist das, was ich erlebe, wenn ich wach bin, wirklicher als das, was geschieht wenn ich träume?

Wissen die Menschen, die nicht mehr auf der Welt sind, wie es uns geht, die wir jetzt hier leben?

Wie können meine Beine dahin gehen, wo ich will, während ich an etwas ganz anderes denke?

Jostein Gaarder


Meine Gedanken zum Buch

 

Dieses Buch ist toll. Es wirft viele Fragen auf, die zu großen philosophischen Diskussionen führen können und eröffnet eine komplexe und gleichzeitig phantastische Gedankenwelt. Wir verwenden dieses Buch so, dass jedes Kind per Zufall eine Seite öffnet. Ich lese die Frage(n) vor, die auf dieser Seite stehen und dann darf das Kind, dass die Seite geöffnet hat, seine Meinung dazu sagen. Wenn der Rest eine andere Meinung hat oder weitere Gedanken, diskutieren wir danach dazu weiter. Nach zwei bis vier Fragen legen wir das Buch zur Seite und nehmen es ein paar Tage später wieder zur Hand und beginnen von vorne.

Teilweise sind den Kindern die Fragen unklar und manchmal wissen sie keine Antwort darauf, dann diskutieren wir auch das miteinander. Was könnte die Frage bedeuten? Wie könnte man die Frage anders formulieren? Wer könnte eine Antwort wissen? Wem könnten wir die Frage noch stellen? Finden wir diese Frage wichtig?

Insgesamt finde ich das Buch sehr gelungen, um Kinder mit philosophischen und abstrakten Gedanken vertraut zu machen und ihr Interesse zu wecken. Gleichzeitig ist es ein Buch, dass Kindern sehr schön zeigen kann, dass die Fragen niemals aufhören (auch nicht als Erwachsener), dass niemand alles weiß und dass es oft nicht nur eine Wahrheit gibt, sondern viele Möglichkeiten. Damit ist es ein Buch das aufmacht, den Horizont erweitert und einen kritischen Blick erzeugt. Und das alles nur mit Hilfe von ein paar Fragen.

Ich habe keine Ahnung, warum das Buch von 3- 6 Jahren empfohlen wird. Mein 4 Jähriger tut sich teilweise noch schwer, die Fragen zu verstehen, während die 6 1/2 Jährige es schon spannender findet. Ich würde das Buch ab 6 Jahren empfehlen.

Jostein Gaarder

Viel Spaß beim Lesen,

Lisa

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